Was haben rücksichtslose Kommentare im Internet, unnötige Streitereien und mangelnder Respekt im Alltag gemeinsam?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Szenen-Collage „Grobianus - Der Flachwixxer“, die der Darstellendes-Spiel-Kurs, Jg. 12, des Gymnasiums
Neustadt am 19. Juni 2026 überzeugend präsentierte.
Die Schülerinnen und Schüler haben sich mit dem historischen Werk „Grobianus – Von groben Sitten und unhöflichen Gebärden“ von Friedrich Dedekind auseinandergesetzt und dessen Themen in die Gegenwart übertragen. Der Hintergrund des Projekts reicht bis in das vergangene Jahr zurück: 2025 wurde, initiiert durch den Verein Alte Musik im Neustädter Land, das 500-jährige Jubiläum des Humanisten und Schriftstellers Friedrich Dedekind gefeiert. Das komplexe Thema wurde am 19. Juni auch komplex beleuchtet, indem es mit zwei Impuls-Vorträgen seitens des Vereins sowohl in einen historischen Kontext (Jan Katschke) als auch in den aktuellen Zusammenhang eingeordnet wurde (Sabine Lorenz).
Es schlossen sich zwei sehr eindringliche Ein-Personen-Szenen von Mia Lehnert und Farina Dieckert aus dem DS-Kurs Jg. 11 an. Alina Holtz und Leon Füllkrug erweiterten die Überlegungen zum grobianischen Miteinander in unserer Gesellschaft und zum Grobian in jeder/m einzelnen von uns mit dem Hinweis auf die SoRa-AG an unserer Schule.
Dedekinds Werk „Grobianus“ verspottete bereits vor rund 500 Jahren, damals in lateinischer Sprache, schlechtes Benehmen und gesellschaftliche Unsitten – Themen, die auch heute noch überraschend aktuell sind.
Mit dem Stück „Grobianus - Der Flachwixxer“ zeigten die Jugendlichen eindrücklich, wie sich Rücksichtslosigkeit, Beleidigungen und egoistisches Verhalten in der modernen Gesellschaft äußern. Die Szenen-Collage verbindet historische Gedanken mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen und regt zum Nachdenken über den Umgang miteinander an.
Die Aufführung war Teil einer Reihe von Schulveranstaltungen, die gesellschaftliche, demokratiebildende Themen aufgreifen. Die Zuschauenden konnten ein inspirierendes, ein unterhaltsames und zugleich kritisches Projekt erleben, welches deutlich machte: Der Grobian von damals hat viele Nachfolger.